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Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Güstrow:

"Viertes Viertel"
(Mecklenburg-Vorpommern)
Innerstädtisches Seniorenviertel

 

Kontext

Die kreisfreie Stadt Güstrow ist ein im ländlich geprägten Mecklenburg gelegenes regionales Zentrum. Die Stadt ist geprägt durch eine große historische Altstadt und durch die Stadterweiterungen, deren Wohnungsbestand zu etwa 40% bis 1948 errichtet wurde. An den Stadträndern befinden sich größere Plattenbausiedlungen.

Seit 1990 ist die Einwohnerzahl der Stadt um ca. 18 % auf 32.000 Einwohner gesunken (Stand 2006). Die Innenstadt hatte dabei bis zum Jahr 2002 den größten Bevölkerungsrückgang und den höchsten Leerstand innerhalb der Gesamtstadt zu verzeichnen. Aufgrund der Vielzahl historischer Baudenkmäler, den zahlreichen öffentlichen und kulturellen Einrichtungen sowie der Fußgängerzone hat die Altstadt von Güstrow jedoch für das stadträumliche Gefüge eine herausragende Rolle. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) vom Jahr 2002 wurde deshalb die Entwicklung der Altstadt als besonders wichtig eingestuft und (neben einem der randstädtischen Plattenbauquartiere) als ein Schwerpunktgebiet im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost ausgewiesen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei auch die Schaffung neuer nachfrageorientierter Wohnangebote in der Innenstadt, insbesondere für Familien und Senioren. Ein Projekt in diesem Zusammenhang ist das Seniorenquartier „Viertes Viertel“.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Auf einer Brachfläche inmitten der Altstadt von Güstrow ist unter der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Quartier speziell für Senioren und generationenübergreifendes Wohnen, das "Vierte Viertel", entstanden. An die Baugenehmigung für den Neubau eines Pflegeheimes mit vier Hausgemeinschaften und betreuten Seniorenwohnungen wurde von Seiten der Kommune die Sanierungsauflage für ein klassizistisches Palaisgebäude in direkter Nachbarschaft geknüpft, ein Einzeldenkmal von überregionaler Bedeutung. Dort wurde durch das DRK ein öffentlich zugängliches Gemeinschaftshaus errichtet. Die unterschiedlichen Einrichtungen des Seniorenviertels gruppieren sich um einen geschützten Innenhof, der ebenfalls neu gestaltet wurde.
Die räumliche Nähe zu den innerstädtischen Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen soll den betagten Bewohnern möglichst lange die selbst bestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Die bedarfsgerecht gestaltete Architektur soll in Kombination mit innovativer Technik sowohl den Pflegekräften als auch den Bewohnern den Alltag erleichtern.
Für den Bau des „Vierten Viertels“ wurden Mittel der Städtebauförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt. Für das Bundesmodellprojekt Hausgemeinschaft "Am Markt" konnten zudem Gelder des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMfSFJ) sowie des Sozialministerium des Landes Mecklenburg/ Vorpommern gewonnen werden.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

In der Altstadt in Güstrow konnte mit dem „Vierten Viertel“ eine zentral gelegene Brachfläche neu bebaut werden, in Kombination mit der denkmalgerechten Sanierung eines stadtbildprägenden Gebäudes. Gleichzeitig ist es gelungen, ein modernes Quartier für Senioren zu entwickeln, das bewusst in der Innenstadt angesiedelt wurde, um einerseits den Bewohnern möglichst lange die Teilhabe an den vielfältigen innerstädtischen Angeboten (Versorgung, Kultur, Freizeit) zu ermöglichen. Andererseits konnten bestehende städtebauliche Missstände in der historischen Altstadt zu behoben werden. Die Altstadt Güstrows erfährt durch das Projekt „Viertes Viertel“ zugleich eine deutliche Aufwertung wie auch Belebung.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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