Einordnung Fotodokumentation

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Projekt "Hafen" - Zentrum für Frauen und Mädchen (Quelle: Stattbau GmbH, Berlin)

Kinder im Bürgerhaus "Südspitze" (Quelle: Bürgerhaus Südspitze, Berlin-Marzahn)

Kontext Zielsetzung Beschreibung Stand Innovation Quellen Kontakt

Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Berlin-Marzahn-Hellersdorf:

Konzeptverbund Stadtteilzentren Marzahn-Hellersdorf
(Berlin)
Zur Stärkung der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit

 

Kontext

Marzahn-Hellersdorf, am nordöstlichen Rand Berlins gelegen, ist mit ca. 100.000 Wohnungen die größte Großsiedlung Deutschlands. Aufgrund der bisherigen und zukünftig zu erwartenden Einwohnerrückgänge liegt hier ein Schwerpunkt des Stadtumbaus in Berlin. Seit 1990 wurden Kitas und Schulen wegen der drastisch zurückgehenden Zahl von Kindern und Jugendlichen geschlossen und zum Teil schon rückgebaut. Andere sollen einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden.

Mit den Einwohnerverlusten droht ein Zerbrechen sozialer Netze. Diese Netzwerke sind jedoch von entscheidender Bedeutung für das Engagement der Bürger/innen und damit für die Attraktivität eines Stadtteils. Um diese wichtigen sozialen Netze und Nachbarschaftshilfen zu erhalten und weiter auszubauen, wurde von der Bezirksverwaltung Marzahn-Hellersdorf ein Netz von Stadtteilzentren entwickelt.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Hinter den Stadtteilzentren steht die Idee eines flächendeckenden Netzwerkes. Insgesamt gibt es acht solcher Stadtteilzentren mit zehn Standorten in Marzahn-Hellersdorf. Durch verschiedene Träger, Einrichtungen und Projekte soll ein breites Leistungsangebot für die jeweiligen Bürger/innen im Stadtteil bereitgestellt werden. Damit sollen die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Nachbarschaftsarbeit, Selbsthilfe und bürgerschaftlichem Engagement geschaffen werden. In den jeweiligen Stadtteilzentren sollen diese Angebote zur Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement von Jugendlichen, Familien, Kindern, älteren Menschen und Migrant/innen, insbesondere Spätaussiedler/innen, zusammengeführt werden.

Die Träger der Stadtteilzentren sind Vereine und Träger der Jugend- und Sozialarbeit, die im Verbund der Stadtteilzentren, dem Regionalen Sozialdienst und anderen Akteuren in den jeweiligen Stadtteilen zusammenarbeiten. Jedes Stadtteilzentrum arbeitet jedoch individuell und bedarfsorientiert für seinen jeweiligen Stadtteil. Die Träger der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit und Selbsthilfe eines Stadtteils bilden zusammen ein Stadtteilzentrum. In Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten besteht ein Stadtteilzentrum aus einer oder mehreren Einrichtungen. Im Einzelnen sollen von den Trägern der Stadtteilzentren folgende Leistungen erbracht bzw. gesichert werden:
- Förderung von Ehrenamt, Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe (u. a. Informationsveranstaltungen, praktische Unterstützung bei Gründung von Selbsthilfegruppen, Vermittlung von Nachbarschaftshilfe)
- Beratung, Betreuung und Vermittlung (u. a. niedrigschwellige soziale Beratungsangebote, Vermittlung an Fachberatungsstellen)
- Freizeitangebote (u. a. multikulturelle, generationsübergreifende und zielgruppenspezifische Angebote)
- Angebote zur Unterstützung der Familie (u. a. Beratung bzw. Hilfe im Konfliktfall, Familienbildung, Informationsveranstaltungen)
- Beschäftigungsförderung (u. a. Wiedereinstiegshilfen, Praktika)

Das jeweilige Stadtteilzentrum übernimmt für seinen Stadtteil eine Managementfunktion zur Vernetzung und Abstimmung der Arbeit und koordiniert damit die gemeinwesensorientierten Aktivitäten im Stadtteil. Dabei erfolgt eine Analyse der Probleme im Stadtteil, aufgrund derer das weitere Vorgehen bestimmt werden kann. Weiterhin bemühen sich die Träger um die Beschaffung finanzieller und materieller Mittel. Dazu ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit zu den Angeboten, Zielen und Wirkungen der Arbeit der Statteilzentren notwendig. Darüber erfolgt durch das Stadtteilmanagement eine Vernetzung der Projekte, wie auch der entsprechenden Träger, zum Beispiel durch Gremienarbeit.

Das STZ Schloss Biesdorf wird vom Verein Betreuung arbeitsloser Leute und Lebenshilfe e. V. betrieben, der auch das Bürgerhaus "Südspitze" Marchwitzastr.24/26 in Marzahn Süd in seiner Regie hat. Dieses Bürgerhaus stellt eine Nachnutzung einer ehemaligen Kita dar. Im Jahr 2004 wurde das Gebäude innerhalb von nur acht Monaten umgebaut – zu großen Teilen geschah dies durch Eigenleistungen. Es wurden Gymnastik- und Computerräume geschaffen, ein Selbstnutzercafe, eine Gästewohnung und verschiedene andere multifunktionale Räumlichkeiten. Außer ihm sind noch weitere Vereine im Bürgerhaus tätig, so zum Beispiel der Verein Jahresringe e.V., der u. a. Computerkurse für ältere Menschen anbietet. Da sich das Bürgerhaus weitestgehend selbst tragen soll, sind auch Dienstleistungen, wie zum Beispiel ein Friseur oder Kosmetik und Fußpflege im Haus ansässig. Das hat auch für die, meist älteren, Besucher/innen den Vorteil, dass sie diese Leistungen am gleichen Ort wahrnehmen können, wie die angebotene Sozialarbeit. Darüber hinaus gibt es verschiedene Beratungsangebote, wie zum Beispiel Sozialberatung oder Migrant/innenberatung. Weiterhin werden Kulturfeste, Filmabende und vieles mehr angeboten. Außerdem gibt es einen Fahrservice, der hilfsbedürftige Menschen, die die Angebote im Bürgerhaus wahrnehmen wollen, bei Bedarf abholt.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Die Idee der Stadtteilzentren zielt darauf ab, flächendeckend soziale Angebote vorzuhalten, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und notwendige Rahmenbedingungen dafür zu sichern. Durch die Vernetzung der Stadtteilzentren miteinander werden nicht nur einzelne punktuelle sondern breit koordinierte Angebote möglich.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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