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Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Fontanestadt Neuruppin:

Stadtentwicklungsmonitoring
(Brandenburg)
Aufbau eines Monitoringsystems auf kommunaler Ebene

 

Kontext

Im Jahr 2002 hat die Stadt Neuruppin im Rahmen des Bundeswettbewerbes „Stadtumbau Ost“ ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt, welches im Jahr 2003 mit aktualisierten Prognosedaten fortgeschrieben wurde. Die Einwohnerzahl ist in Neuruppin seit dem Jahr 1989 um ca. 6 % auf 32.114 im Jahr 2003 gesunken. Der negative Saldo ergibt sich dabei gleichermaßen aus einer ungünstigen natürlichen Entwicklung sowie aus Abwanderungen. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2020 noch einmal um ca. 2.800 Einwohner zurückgehen wird. Das entspricht einem Rückgang um 8,8 Prozentpunkte. Trotz rückläufiger Einwohnerzahlen ist der Wohnungsleerstand mit ca. 5 % in der Stadt bislang verhältnismäßig gering.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Für die Erstellung des Monitorings fand vorerst auf der Grundlage bereits vorhandener Konzepte und Förderkulissen (Sanierungsgebiete, ZiS-Gebiete [ZiS = „Zukunft im Stadtteil“, Förderprogramm des Landes Brandenburg mit Mitteln der EU], Soziale-Stadt-Gebiete) eine flächendeckende Einteilung der Stadt in Teilgebiete statt. Im Anschluss daran erfolgte die Auswahl einzelner Indikatoren aus den Bereichen Bevölkerungsentwicklung (natürliche Entwicklung und Migration), Sozialdaten sowie Wohnungsmarktdaten. Beispiele für Indikatoren sind hier u.a. die Einwohnerzahl, die Geburten und Sterbefälle, Ab- und Zuwanderungen und die Anzahl der Arbeitslosen. Unter Anwendung und Auswertung der erhobenen Indikatoren wurden anschließend demographische und soziale Entwicklungstendenzen für die Gesamtstadt sowie für ausgewählte Stadtteile in schriftlicher und visueller Form dargestellt. Für die einzelnen Stadtteile sind ergänzend dazu deren spezifische Entwicklung, ihre Potenziale sowie Handlungsempfehlungen thematisiert worden, so dass nunmehr für einzelne Teilbereiche der Stadt sehr detaillierte Daten und Bewertungen vorliegen, um adäquat auf sich abzeichnende Entwicklungen reagieren zu können. Abschließend ist ein Prognosemodell für die Stadt entwickelt worden, aus welchem sich insbesondere zukünftige Bedarfe an Wohnraum und sich daraus ergebende Maßnahmen für den Wohnungsmarkt ergeben.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Gerade weil in Neuruppin – anders als in vielen ostdeutschen Städten – keine offensichtlichen dramatischen Leerstandsentwicklungen die ersten Schritte des Stadtumbaus provozierten, wurde ein räumlich möglichst umfassendes Monitoring als notwendig erachtet, um Schrumpfungs- und Segregationsprozesse begleiten und ihnen - soweit möglich und sinnvoll - gegensteuern zu können. Damit hat die Stadt einen Weg gewählt, nicht erst auf Empfehlungen und Vorgaben des Landes zu warten, um dann (möglicherweise wenig vorbereitet) zu reagieren, sondern frühzeitig ihre eigenen Möglichkeiten und Chancen genutzt, um selbständig und offensiv einen innovativen Weg einzuschlagen.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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