Einordnung Fotodokumentation

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Feldbestellung
Quelle: Stadtbild Agentur Lichtenberg

Besucher des Labyrinths
Quelle: Stadtbild Agentur Lichtenberg

Musik im Labyrinth
Quelle: Stadtbild Agentur Lichtenberg

Kontext Zielsetzung Beschreibung Stand Innovation Quellen Kontakt

Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Berlin Lichtenberg:

Sonnenblumenlabyrinth
(Berlin)
Aufwertung des öffentlichen Raums zur Förderung der Identifikation vor Ort

 

Kontext

Im Oktober 2001 startete mit Urban II die zweite Förderperiode der Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union zur Unterstützung problembehafteter Städte und Stadtteile. Auch ein Fördergebiet in Berlin wurde in das Programm aufgenommen. Es setzt sich aus vier unterschiedlichen Quartieren zusammen, die in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg gelegen sind. Der Lichtenberger Teil des Fördergebietes besteht aus den drei Wohnquartieren Weitlingkiez, Victoriastadt und Frankfurter Allee Süd. Alle drei Quartiere sind gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, Defizite bei der sozialen Infrastruktur, starke innere und äußere Abschottung durch Bahnanlagen, die das Gebiet durchschneiden, mangelhafte Grünflächenversorgung und hohe Anteile von Brachflächen. Der Bevölkerungsrückgang von 1995 bis 2000 betrug für die drei Quartiere im Durchschnitt 12 %, weitere 8 % werden bis 2010 prognostiziert. Der Wohnungsleerstand lag im Jahr 2002 im Weitlingkiez bei 18 %, in der Victoriastadt bei 22 % und in der Frankfurter Allee Süd bei 7 %.
Die integrierte Konzeption von URBAN II strebt eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bewohner an. Mit dem Programmschwerpunkt Arbeitsmarkt und Wirtschaft wird der Ansatz verfolgt, die Aufwertung bzw. Pflege des öffentlichen Raums im Rahmen von Stadtmarketing aufzugreifen und für die Förderung bzw. Schaffung von Beschäftigung und Qualifizierung vor Ort zu nutzen. In diesem Kontext wurden durch die Stadtbild Agentur Lichtenberg als örtlichem Träger verschiedene Projekte im Bereich der drei Quartiere initiiert.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Die Projekte der Stadtbild Agentur Lichtenberg (einer Gemeinschaft der Arbeitsförderungsgesellschaft im Industriestandort Berlin-Marzahn mbH und der Planergemeinschaft Dubach/ Kohlbrenner) werden gemeinsam mit Akteuren vor Ort entwickelt und konzipiert und zum großen Teil mit Hilfe von Arbeitsförderungs- und Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt. Dabei wird besonderer Wert auf die Vernetzung des Stadtteils gelegt. Wenn möglich, sollen Beschäftigungspotenziale für den Stadtraum genutzt werden.
Als eines der Projekte wurde im Jahr 2004 das Sonnenblumenlabyrinth realisiert: Auf einer 6500 m² großen Brachfläche, die vom Bezirksamt Lichtenberg temporär überlassen wurde, wurden im Frühling durch ABM-Kräfte Sonnenblumen ausgesät. Wenige Wochen später konnten in das Feld der ausgewachsenen Sonnenblumen labyrinthartige Wege angelegt. An mehreren Stellen weiten sich die Wege zu kleinen Plätzen auf und kleine Attraktionen wie eine Heulandschaft oder ein Wasserspiel wurden eingefügt. Zur Orientierung für Ortsfremde wurden von den umliegenden S-Bahnhöfen Betriebsbahnhof Rummelsburg, Nöldnerplatz und Lichtenberg "gelbe Wege" durch Sonnenblumen am Straßenrand, gelbe Markierungen auf dem Boden und Wegweiser markiert. Schulklassen stellten in leer stehenden Schaufenstern Plakate zum Thema Sonnenblumen aus. In der Geschäftsstraße Weitlingstraße stellten die Gewerbe treibenden Pflanzkübel mit Sonnenblumen vor ihre Läden. Die Sonnenblumen waren zuvor von Kindern einer Kindertagesstätte aus Vogelfutter vorgezogen worden und standen bis zur Blüte im Kiezgarten. Die "gelben Wege" sind Teil des Farbkonzepts, das sich während des Sommers nach und nach über das Quartier ausweitete.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Das Lichtenberger Sonnenblumenlabyrinth hat durch die einfache und leicht zu transportierende Idee zur Imageverbesserung des Bezirks nach außen und zur Stärkung der Identifikation der Bewohner mit ihrem Bezirk im inneren beigetragen. Die Aktion hat gezeigt, dass relativ einfach und mit wenigen Mitteln ein hoher Effekt erzielt werden konnte, eine Möglichkeit die sich in unterschiedlicher Form auch für andere innerstädtische (Stadtumbau-)brachen anböte.

Bei der Durchführung des Ereignisses wurden viele Akteure einbezogen (in der eigens gegründeten Labyrinth-AG waren Vertreter von Schulen, Kindertagesstätten, Ämtern, Polizei und Kleingartenvereinen aktiv), die wertvolle Multiplikatoren darstellten und u.a. dafür sorgten, dass das Projekt von den Bewohnern selbst durchgeführt wurde. Somit blieb das Ereignis nicht auf die Fläche beschränkt, sondern konnte auf den gesamten Bezirk ausstrahlen.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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