Einordnung Fotodokumentation

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Stufenkonzept (Quelle: Stadtverwaltung Gera)

Stadtumbaufokus Museumsplatz (Quelle: Stadtverwaltung Gera)

Stadtumbaufokus Breitscheidstraße (Quelle: Stadtverwaltung Gera)

Kontext Zielsetzung Beschreibung Stand Innovation Quellen Kontakt

Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Gera:

Bereich Breitscheidstraße / Museumsplatz
(Thüringen)
Langfristige Aufwertung durch Bereitstellung eines flexiblen Entwicklungsrahmens

 

Kontext

Seit 1990 hat Gera als die zweitgrößte Stadt des Freistaats Thüringen mit einem im Landesvergleich überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsverlust von über 12 % mehr als 17.000 seiner Einwohner verloren. Heute, im Jahr 2004 zählt die Stadt knapp 110.000 Einwohner. Bis 2010 wird ein weiterer Rückgang der Einwohnerzahl um ca. 20 % prognostiziert. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, früher hauptsächlich bedingt durch Textilproduktion und Maschinenbau, hat nach dem Niedergang seit 1990 in den letzten anderthalb Jahren ihre Talsohle durchschritten. Die bis 2001 auf 18,7 % gestiegene Arbeitslosenquote ist leicht auf 17,6 % zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitsplätze hat sich mit 38.600 Beschäftigten stabilisiert. Gleichzeitig hat der Leerstand mit rund 14.500 unbewohnten Wohnungen seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht; ca. 3.300 dieser Wohnungen befinden sich in unsanierten, komplett leerstehenden Gebäuden. Betroffen sind neben der Innenstadt mit mehr als 4.000 leeren Wohnungen in jeweils etwa gleicher Größenordnung die beiden großen Plattenbaugebiete Lusan und Bieblacher Berg am Stadtrand.
Die Innenstadt Geras ist nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg von einer Überformung mit industriellem Wohnungsbau gekennzeichnet. Hierbei ist der Bereich Breitscheidstraße/ Museumsplatz einer der exponierten Standorte. Sein heterogenes Erscheinungsbild ist von mehreren städtebaulichen Entwicklungsepochen geprägt. Dazu zählen die Großwohnanlagen Sonnenhof und Östliche Breitscheidstraße mit 11- bis 16-geschossigen Wohngebäuden, Kultur- und Kongresszentrum und Handelshof; ferner die in den 1990er Jahren entstandenen beiden Kaufhauskomplexe am Museumsplatz. Als historische Überbleibsel finden sich Stadtmuseum, Gymnasium sowie im näheren Umkreis ein kleines Theater und das Rathaus. Neben anderen Teilgebieten und thematischen Schwerpunkten liegt insbesondere dieser Innenstadtbereich im Fokus von städtebaulichen Stadterneuerungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs Stadtumbau Ost und der für 2007 geplanten Bundesgartenschau (BUGA) wurden Ideen entwickelt, die über verschiedene Rückbauszenarien hinaus in ein weiterführendes städtebauliches Konzept eingemündet sind. Grundgedanke dabei ist es, einen möglichst flexiblen Entwicklungsrahmen für heute noch nicht näher substantiierbare Nutzungen bereit zu stellen. In Verbindung damit soll zugleich eine spürbare Aufwertung der vorhandenen und zusätzlich entstehenden Freiräume um den Museumsplatz erfolgen. Dabei haben u. a. folgende Maßnahmen Priorität: Zusammenführung der bereits vorhandenen beiden Hauptfußgängerachsen, Betonung des alten Museums als historischer Kontrapunkt zur umgebenden großmaßstäblichen Bebauung und städtebaulicher "Brückenschlag" zwischen Alt- und Neustadt mittels einheitlicher Gestaltung von Freiflächen und Plätzen (Oberflächen, Straßenbeläge, Vegetation etc.).
Neben der Aufwertung um den Museumsplatz ist zwischen 2005 und 2012 ein Geschossrück- und Umbau des Wohnkomplexes Sonnenhof mit einer Reduzierung um bis zu 190 Wohneinheiten - einschließlich des Komplettabrisses Breitscheidstraße-West, einer Neubebauung des Grundstücks unter Beibehaltung der Blockkante und Aufwertung des verbleibenden Wohnungsbestands - geplant. Zudem soll das Punkthochhaus De-Smit-Straße umfassend saniert und die Wohnbebauung Östliche Breitscheidstraße mit 132 Wohnungen vollständig abgerissen werden. Die freigelegten Flächen der Östlichen Breitscheidstraße werden als "temporärer Hain" ab 2005 und ab 2006 in zwei Stufen gestaltet. Im Vorfeld dazu wird nochmals eine offene Planungs- und Entwurfsphase durchgeführt. Bis zur BUGA sollen alle für Fußgänger vorbehaltenen Freiräume einschließlich einer "grünen Achse" zwischen Museumsplatz und Hofwiesenpark fertiggestellt sein. Die Finanzierung des Gesamtvorhabens ist aber bisher noch nicht vollständig gesichert.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Der zunächst schlichte, aber ungewöhnliche Ansatz des "temporären Hains" in der Stadtmitte verweist nicht nur auf frühe Stadtideen. Er verknüpft auch Innerstädtische Aufwertung mit Bürgerschaftlicher Initiative. Leitmotiv ist die Idee der "Beruhigung" aufgeregter Neuordnungspläne unter dem Motto "Konzepte brauchen Zeit zum Reifen – ein grüner Ort inmitten der Stadt gibt Raum für klare Gedanken". Die Planungsidee zielt auch darauf ab, das Konzept der BUGA mit der Entwicklung der Innenstadt zu synchronisieren und an die Stelle von Abrissmelancholie die Neugier auf ein "grünes Zentrum" im neuen Gewand zu setzen. Dazu sollen jahreszeitlich variierende Pflanzflächen ebenso wie Bäume zählen, für die von Bürgern der Stadt Patenschaften übernommen werden. So eindrücklich dieser schlichte Ansatz ist, so anspruchsvoll wird seine Umsetzung und deren Organisation sein müssen. Dafür braucht es langen Atem, um die schöne Idee in die Realität übersetzen zu können. Bisher gibt es ernste Absichten, aber noch nicht mehr als skizzierte Konzepte. Nötig sind jetzt frisches Anpacken, Initiative und das Engagement vieler Beteiligter. Dazu soll ein Forum geschaffen werden, in dem unter straffer Leitung Bürger, Unternehmen, Planer, Künstler und Praktiker zusammenwirken können.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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