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Verfahrensschritte des Bottom-Up-Planungsverfahrens
Auftakt der Startphase
Ideenkarten der Startphase
Cottbus:
Sachsendorf-Madlow: Quartier Jänschwalder Straße
(Brandenburg)
Entwicklung eines Quartiers im Rahmen eines Bottom-Up-Ansatzes
Kontext
Als Oberzentrum ist Cottbus im Südosten Brandenburgs gelegen. Die Stadt hat seit 1993 von ehemals 130.000 Einwohnern mehr als ein Fünftel verloren. Bis zum Jahr 2015 werden aufgrund der natürlichen Bevölkerungsentwicklung und weiterer Abwanderungen 86.000 Einwohner prognostiziert. Eine Konzentration des Leerstandes ist insbesondere in Plattenbaugebieten zu verzeichnen, die rund 76 % des Wohnungsbestandes (Stand 2001) stellen. Bis 2015 sollen rund 10.000 Wohnungen rückgebaut werden. Schwerpunkt wird dabei mit rund 5.000 Wohnungen der in den 1970er Jahren entstandene Stadtteil Sachsendorf-Madlow sein, das ehemals mit über 35.000 Einwohnern größte Plattenbaugebiet in Brandenburg.
Das Quartier Jänschwalder Straße befindet sich im Nordwesten von Sachsendorf-Madlow und stellt städtebaulich ein Bindeglied zwischen dem Stadtteil und der Gesamtstadt dar. Die Bebauungsstruktur ist gleichförmig und monostrukturiert, der durchschnittliche Leerstand beträgt 30 %, in Problembereichen bis zu 90 %. Der Sanierungsgrad der Gebäude ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Aufgrund seiner stadtstrukturellen Bedeutung ist das Quartier im teilräumlichen Umbaukonzept als Erhaltungsgebiet ausgewiesen. Zur Sicherstellung dieses Ziels ergab sich aufgrund bereits bestehender Rück- und Umbauabsichten die Notwendig-keit, diese Vorhaben unter den Aspekten städtebaulicher Identität, Freiraumgestaltung, Ver- und Entsorgungssituation und soziales Gefüge abzustimmen und zu überarbeiten.
Zielsetzung
Kurze Projektbeschreibung
Die Stabilisierung des Quartiers soll in erster Linie durch Entwicklungsimpulse aus der dort lebenden Bevölkerung erfolgen. Zur Erarbeitung einer bürgernahen Umsetzung wurden 5 Verfahrensschritten von der Architektur- und Planungswerkstatt Cottbus GmbH initiiert:
Startphase: Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt formulieren Handlungsträger (Eigentümer und Sanierungsträger) sowie Bürger ihre Zukunftsvorstellung für das Quartier und stellen Rahmenbedingungen weiterer Entwicklungen aus perspektivischer Sicht dar. Die gleichzeitige Schaffung einer durchgängigen Kommunikationsstruktur für den Projektverlauf sichert eine qualifizierte Beteiligung einzelner Handlungsträger und Interessengruppen.
Entwicklungsphase: Auf der Basis der Zukunftswerkstatt und weiteren, in Einzelgesprächen mit Handlungsträgern definierten Rahmenbedingungen, wurden Szenarien für eine gemeinsame Entwicklungsstrategie erarbeitet und mit den einzelnen Gruppen aus der Zukunftswerkstatt diskutiert. Die Szenarioentwicklung beinhaltet die Abstimmung der Umsetzbarkeit bezüglich weitergehender Belange, beispielsweise Verkehrserschließung oder Ver- und Entsorgung, und ist Grundlage zur Diskussion über ein zukünftiges Leitbild für das Quartier.
Konzeptfindung: In einem Planungsworkshop werden auf der Grundlage der Szenarien ein Leitbild entwickelt und Schlüsselprojekte (Einzelprojekte) für das Quartier identifiziert. Hierbei werden Vorschläge zu konkreten Einzelvorhaben, zur Umgestaltung der Bausubstanz, möglichen Nachnutzungen für die Schulgebäude und für den Garagenkomplex erwartet.
Vertiefungsphase/Einzelthemen: Zur Vertiefung der Einzelprojekte werden Arbeitsgruppen aus den Beteiligten gebildet. Die Einzelprojekte werden in diesen Arbeitsgruppen konkretisiert und mit während der Zukunftswerkstatt durch einzelne Handlungsträger vorgetragene Rahmenbedingungen abgeglichen.
Umsetzungsphase: Den Abschluss des Projektes bildet eine Phase der Öffentlichkeitsarbeit. Die Ergebnisse der Projektarbeit werden insbesondere den Bürgern vorgestellt und mit ihnen diskutiert. In Auswertung der Öffentlichkeitsarbeit werden Anregungen und Bedenken in die Endfassung des Quartiersentwicklungskonzeptes aufgenommen.
Umsetzungsstand
Innovation
Die Startphase verlief vielversprechend. Um objektive wie subjektive Einflussgrößen für ein Entwicklungskonzept berücksichtigen zu können, wurden im Vorfeld des ersten Workshops nicht nur die üblichen städtebaulichen Einflussgrößen untersucht und aufbereitet, sondern auch eine Bürgerbefragung mittels eigens entwickelter Ideenkarten durchgeführt. Diese Ideenkarten hatten das Ziel, Wünsche, Vorstellungen und Meinungen von den Mietern des Quartiers über ihr Wohngebiet zu erfassen. Wen diese Beteiligungsform nicht ansprach, hatte die Chance, während der Zukunftswerkstatt seine Perspektiven für das Quartier Jänschwalder Straße zu formulieren. Innerhalb des Workshops wurde die Auswertung der Ideenkarten vorgestellt und mit den anwesenden Bürgern und Eigentümer diskutiert.
Weiterführende Hinweise und Quellen
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