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Brachfläche
Quelle: IRS
zukünftiger 'Garten Eden'
Quelle: IRS
'Kunstoase'
Quelle: IRS
Berlin-Friedrichshain:
Zwischennutzung von Brachflächen im Samariterviertel
(Berlin)
Brachflächennutzung durch Selbsthilfe der Anwohner
Kontext
Das Samariterviertel ist Teil des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Das Quartier ist geprägt durch eine dichte, überwiegend gründerzeitliche Bebauung, die vorwiegend durch Wohnnutzung geprägt ist. Die Bevölkerung ist mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren relativ jung.
Durch den hohen Versiegelungsgrad mangelt es an Grün- und Freiflächen. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von Brachflächen, die sich negativ auf das Umfeld auswirken und auf Grund der derzeitigen Marktsituation auf absehbare Zeit nicht bebaut werden. Seit 1993 ist das Samariterviertel als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Sanierungsziel ist es unter anderem, die Grün- und Freiflächen aufzuwerten.
Zielsetzung
Kurze Projektbeschreibung
Das Projekt wurde nicht im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost realisiert. Es wird hier aufgrund der besonderen Relevanz des Themas „Zwischennutzung“ für den Stadtumbau dargestellt.
Als Grundlage für das Projekt „Zwischennutzung von Brachflächen im Samariterviertel“ wurde im Jahr 2000 im Auftrag des Sanierungsträgers die Studie „brach. und danach?“ erarbeitet. In dem Gutachten wird unter anderem eine Bestandsanalyse der Brachen im Samariterviertel durchgeführt, Good-practices dargestellt sowie die finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten für Zwischennutzungen untersucht.
Vor Beginn des Projektes wurden die Eigentümer der Brachflächen im Samariterviertel kontaktiert, um die Konditionen, unter denen die Grundstücke zur Verfügung stehen, auszuloten. Im Ergebnis konnten drei Brachen für künftige Zwischennutzungen ausgewählte werden.
Mit Broschüren und Plakaten wurden die Bewohner im Sanierungsgebiet über das Projekt informiert und zu einer ersten Ideenwerkstatt eingeladen. An der Werkstatt zur Ideenfindung nahmen interessierte Bürger, Grundstückseigentümer, Vertreter verschiedener Kiezinitiativen und des Stadtbezirkes teil. Zunächst wurden Ideen zur Zwischennutzung gesammelt, anschließend diskutiert und bewertet. Auf diese Weise wurden konkrete Projektideen für jedes Grundstück entwickelt und dann in Arbeitsgruppen weiter bearbeitet.
In einem Bezirksamtsbeschluss vom Juli 2001 wurde die Zwischennutzung der Brachflächen offiziell beschlossen und jährlich ca. 2.500 € pro Grundstück aus Sanierungsmitteln zugesagt. Die Förderung ist an eine öffentliche Nutzbarkeit der Flächen gekoppelt.
Es wurde ein Vertragsmodell zwischen Bezirksamt, dem Sanierungsbeauftragten STATTBAU und den Eigentümern geschlossen, in dem die rechtlichen Aspekte geregelt sind. Der Sanierungsträger wurde als Projektkoordinator vom Bezirksamt beauftragt, Überlassungsverträge mit den Grundstückseigentümern abzuschließen. Er koordiniert die Projektumsetzung, verwaltet die Finanzmittel und ist für die Verkehrssicherheit der Grundstücke verantwortlich.
Umsetzungsstand
Innovation
Mit Hilfe des Projektes konnten die ehemals verwahrlosten Brachflächen zu attraktiven Aufenthaltsorten im Wohngebiet gestaltet werden, wodurch das Wohnumfeld aufgewertet und soziale Treffpunkte im Kietz geschaffen wurden. Durch das Beteiligungsverfahren bekamen die Bewohner die Chance, ihre eigenen Ideen auf den zur Verfügung stehenden Flächen zu realisieren. Dies hat die nötige Motivation geschaffen, die Zwischennutzungen mit einem hohen Maß an Eigenleistung umzusetzen. Die Einbindung von Bewohnern in die Gestaltung des eigenen Wohnumfelds bietet eine Möglichkeit, die Identifikation mit dem Wohnumfeld zu erhöhen und die Bewohner damit auch enger an das Wohngebiet zu binden. Eine Übertragbarkeit dieses Ansatzes könnte insbesondere im Rahmen des Stadtumbauprozesses von besonderer Relevanz sein.
Weiterführende Hinweise und Quellen
Ansprechpartner