Einordnung Fotodokumentation

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Handlungskonzept bis zum Jahr 2004

Abbruch im WK IV

Aufgewertete Freiflächen im WK IV

Kontext Zielsetzung Beschreibung Stand Innovation Quellen Kontakt

Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Guben:

Öffentlichkeitsarbeit
(Brandenburg)
Begleitung des Stadtumbaus durch intensive Öffentlichkeitsarbeit

 

Kontext

Die Einwohnerzahl der an der Neiße gelegenen Stadt Guben hat sich von 33.200 im Jahr 1990 auf 21.986 Ende Juni 2004 reduziert. Für die Zukunft wird ein weiterer Bevölkerungsrückgang prognostiziert. Im Jahr 2001 stand in der Stadt jede fünfte Wohnung leer. War Mitte der 90er Jahre die Altstadt noch überproportional stark vom Wohnungsleerstand betroffen, verlagerte sich seither die Problematik zunehmend in die Großsiedlungen, insbesondere in den jüngsten Wohnkomplex IV "Reichenbacher Berg".

Im Rahmen des Stadtumbaukonzeptes, das im Sommer 2002 beschlossen worden ist, wurde ein Rückbaubedarf von 1.500 bis 2.000 WE bis 2005 und von insgesamt 2.300 bis 2.800 WE bis zum Jahr 2015 berechnet. In Abstimmung mit den örtlichen Wohnungsunternehmen Gubener Wohnungsgesellschaft mbH (GuWo) und Gubener Wohnungsbaugenossenschaft (GWG), die zusammen über ca. 2/3 des Wohnungsangebotes verfügen, wurde ein realisierungsfähiges Rückbauvolumen von 2.158 WE bis Ende 2008 benannt. Davon wurden 1.638 WE adressscharf für den Rückbau verortet. Die Abrissmaßnahmen konzentrierten sich zu Beginn des Stadtumbaubauprozesses vor allem auf den Wohnkomplex IV, der den höchsten Bestand an leerstehenden und unsanierten Wohnungen aufwies.

Aufgrund seiner zentralen Lage auf dem Reichenbacher Berg und des umfangreichen Angebotes an Infrastruktureinrichtungen ist der WK IV auch für die Versorgung angrenzender Wohngebiete von hoher Bedeutung. Es wurde deshalb die Strategie verfolgt, den WK IV nicht nur durch den zügigen Rückbau der unsanierten Gebäude zu konsolidieren, sondern durch umfassende Aufwertungsmaßnahmen dauerhaft zu stabilisieren. Dazu zählen die Gestaltung der Abrissflächen, die bedarfsgerechte Anpassung, Aufwertung und Angebotserweiterung der sozialen Infrastruktur sowie die Differenzierung des Wohnungsangebotes. Gleichzeitig hat die Stadt die Entwicklung der Altstadt als lebendiges Stadtzentrum zu bewältigen, um die stadträumlichen Voraussetzungen für die Doppelstadt Guben-Gubin zu schaffen.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Die Öffentlichkeitsarbeit in Guben umfasst neben der Durchführung von Workshops, Planungswerkstätten und Einwohnerversammlungen, vor allem auch Veröffentlichungen und Pressemitteilungen.

1. Workshops
In Begleitung des Stadtumbauprozesses wurden mehrere Workshops durch die Stadt, mit Unterstützung des Stadtumbaumanagers veranstaltet. Beim Auftaktworkshop wurden unter hoher Beteiligung örtlicher Akteure die potenziellen Auswirkungen und Chancen des Stadtumbaus für die wirtschaftliche Entwicklung, den Arbeitsmarkt, die Lebensqualität, die Entwicklung der Innenstadt und den Wohnungsmarkt in Guben diskutiert sowie erste gemeinsame Vorschläge ausgearbeitet.

Zusätzlich fand ein Schülerworkshop statt, in dem aus Sicht der Jugend, Defizite und Chancen der Stadt engagiert diskutiert wurden. Dabei wurde deutlich, dass auch die junge Bevölkerung über eine starke Bindung an die Stadt Guben verfügt. In Vorbereitung auf den Schülerworkshop wurden die Schüler bei der Erfassung des privaten Wohnungsbestandes und Wohnungsleerstandes beteiligt und integrierten die Thematik in eine Projektarbeit der Schule.
Die Ergebnisse beider Workshops wurden in Verbindung mit einer differenzierten Analyse der demographischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Aussagen zum künftigen Wohnungsbedarf bzw. Wohnungsüberhang veröffentlicht und erörtert. In einem dritten Workshop wurde das Stadtumbaukonzept mit Politikern, Verwaltung, Fachleuten sowie Vertretern der Wirtschaft und vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen offen diskutiert.
Zur Fortschreibung des integrierten Stadtumbaukonzeptes sind weitere Workshops mit Fachleuten sowie mit interessierten Bürgern im Jahr 2004 geplant.

2. Einwohnerversammlungen
Vor Beginn der konkreten Rückbaumaßnahmen wurden für die Anwohner von der Stadt, in Zusammenarbeit mit den Wohnungsunternehmen, Informationsveranstaltungen durchgeführt. Vom Rückbau betroffene Mieter wurden von den Wohnungsunternehmen mit einem persönlichen Schreiben eingeladen. Alle anderen Einwohner des Stadtteils wurden per Aushang im Haus informiert. In den Mitteilungsblättern der Wohnungsunternehmen wurde auf die Einwohnerversammlungen hingewiesen und über deren Inhalte informiert. Gegenstand der Einwohnerversammlungen sind immer konkrete Planungen und Maßnahmen eines begrenzten Zeitabschnittes. An diesen Veranstaltungen nahmen bisher durchschnittlich etwa 200 interessierte Bewohner teil. Geleitet werden die Veranstaltungen durch den Bürgermeister und Vertreter des Stadtumbaumanagements. Darüber hinaus sind die Geschäftsführer der Wohnungsunternehmen sowie die betroffenen Ämter der Stadtverwaltung und die verantwortlichen Planer vertreten. Finanziert wird die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen durch Städtebaufördermittel.

3. Mieterinformation
Sobald konkrete Rückbaumaßnahmen anstehen, werden in einem ersten Schritt ein Jahr vor Beginn der Abbrucharbeiten die betroffenen Mieter vom Wohnungsunternehmen angeschrieben. Den Mietern wird ein Gespräch im Stadtteilbüro oder im privaten Umfeld angeboten, um sich über das weitere Vorgehen und die Angebote des Wohnungsunternehmens zu informieren. Die Mieter können Wünsche z.B. hinsichtlich der Lage, der Größe und der Ausstattung der Wohnung äußern. Das Unternehmen informiert über Hilfen beim Umzug.

4. Veröffentlichungen
Zur Öffentlichkeitsarbeit gehört auch die jährliche Herausgabe der Broschüre "Bürgerinformation zur Stadtentwicklung", in dem nicht nur die Schwerpunkte aus den Bereichen Stadtumbau und Stadtsanierung, sondern auch Ergebnisse und Aktivitäten der Projekte "Zukunft im Stadtteil" (ZiS) und "Stadt 2030" dargestellt werden.

5. Planungswerkstatt
Im Rahmen des Wettbewerbes Modellprojekte "Stadtumbau - Städtebauliche Aufwertung" hat die Stadt Guben die teilweise Umnutzung der Kita "Spielhaus", die technische Umrüstung des Gebäudes zu einer Wärmeinsel sowie die Gestaltung des Umfeldes beantragt. Zur weiteren Qualifizierung des Projektes hat die Stadt in Abstimmung mit dem Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr (MSWV) Planungswerkstätten zu den Themen "Energie" und "Umfeld" durchgeführt.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit wurde eine positive Einstellung der Bewohner gegenüber dem Stadtumbau erreicht. Das liegt zum einen daran, dass die vom Rückbau betroffenen Gebäude unsaniert und unübersehbar von hohem Leerstand betroffen waren, der sich negativ auf das Image des Wohngebietes ausgewirkt hat. Zum anderen wird versucht, Gebäude nicht nur zügig abzureißen, sondern die dadurch freiwerdenden Flächen möglichst schnell aufzuwerten. Auf diese Weise entstehen neue Qualitäten für das gesamten Wohngebiet.

Voraussetzung für dieses schnelle Tempo im Stadtumbau ist die gute Abstimmung zwischen Stadt und Wohnungswirtschaft bei der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes, wodurch die adressscharfe Identifizierung abzureißender Wohnungen erreicht werden konnte. Außerdem hat Guben seit 2002 einen Bürgermeister, der den Stadtumbau zur Chefsache erklärt und somit zur erheblichen Beschleunigung beigetragen hat.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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