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Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Cottbus:

Sachsendorf-Madlow
(Brandenburg)
Stadthäuser aus Rückbauelementen eines Plattenbaus

 

Kontext

Von 1993 bis 2000 sank die Bevölkerungszahl in Cottbus von 128.400 auf 108.200 Einwohner. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 16 %. In der von 1974-86 am südlichen Stadtrand errichteten Großsiedlung Sachsendorf/Madlow sank die Bevölkerungszahl im selben Zeitraum um rund 41 %. Während der Wohnungsleerstand in der Großsiedlung Ende 1996 mit 6 % noch relativ gering war, stieg dieser bis zum Jahr 2000 auf 26 % an. Aus diesem Grunde wurde für Sachsendorf/Madlow ein Umbaukonzept entwickelt, das dem Stadtteil eine Perspektive als Wohnstandort geben soll. Im Rahmen des Stadtumbaus wurde ein elfgeschossiges Wohnhaus abgerissen und einzelne Bauelemente für die Errichtung neuer Stadthäuser in unmittelbarer Nähe der Abrissfläche wiederverwendet.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Das Projekt wurde als Modellprojekt der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land ausgewählt und war Bestandteil der Gesamtmaßnahme zur Aufwertung des Stadtteilzentrums am Boulevard Gelsenkirchener Allee. In dem elfgeschossigen Plattenbau in der Theodor-Storm-Straße 9 standen 35 % der 54 Wohnungen leer. Das Gebäude wurde schrittweise demontiert. 30 % der tragenden Stahlbetonfertigteile wurden für den Bau von 5 Stadthäusern wiederverwertet. Die Außenwände der neuen Gebäude wurden mit individuellen Fassaden komplettiert, ohne aber den Charakter eines Plattenbaus völlig aufzuheben.

In den 5 Stadtvillen befinden sich 13 Etagenwohnungen und Maisonetten mit durchschnittlich 80 qm Wohnfläche. Jede Wohnung ist mit Dachterrasse, Balkon oder Garten versehen. Die mäanderartig versetzte Baustruktur und die Errichtung kleiner Terrassen vermeiden die gegenseitige Verschattung und ermöglichen den freien Blick in den angrenzende Grünraum.

Die Kosten des Projektes lagen mit insgesamt 2.14 Mio. Euro etwa 15 % unter denen eines vergleichbaren Neubaus. Der Grund für die niedrigen Kosten ist zum einen, dass das abzureißende Gebäude mit dem Nachbargebäude verbunden war und somit ohnehin schrittweise demontiert werden musste. Zum anderen konnten die Bauelemente direkt vor Ort wiederverwendet werden, was zur Vermeidung teurer Transportkosten führte. Durch die Kombination verschiedener Förderprogramme konnten so trotz gut proportionierter und detailstarker Architektur preiswerte Wohnungen angeboten werden.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Das Projekt zeigt als eines der ersten Beispiele einen neuen Weg im Umgang mit nicht mehr nachgefragten Plattenbauten auf. Der Rohbau der neuen Stadthäuser konnte aus Bauteilen des demontierten Gebäudes erstellt werden. Es wurden Möglichkeiten der Nachnutzung von Rückbauelementen aufgezeigt. Aufgrund der höheren Kosten für einen elementweisen Rückbau ist diese Form des Umbaus in erster Linie dort anwendbar, wo aufgrund der konkreten Situation ohnehin eine Demontage von Abrissobjekten erforderlich ist.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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