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Projektdatenbank „Gute Beispiele“

 

Halle:

Netzwerk und Lenkungsgruppe „Stadtumbau“
(Sachsen-Anhalt)
Kooperative Steuerungsform für die Akteure des Stadtumbau

 

Kontext

In Halle (Saale) als ausgeprägte „Doppelstadt“ befinden sich rund die Hälfte der Wohnungen im Altbaubestand und die andere Hälfte in den vier Großsiedlungen Neustadt, Silberhöhe und Halle-Nord und Süd. Der Begriff „Doppelstadt“ kann ebenso auf die räumlich von Halle getrennte Großsiedlung Neustadt bezogen werden. 1989 betrug die Einwohnerzahl von Halle 329.000. Bis zum Jahr 2002 verringerte diese sich um ca. 28 %, auf 238.000 Einwohner. Den stärksten Bevölkerungsverlust von 1990 bis zum Jahr 2000 hatte Silberhöhe mit 43 % zu verzeichnen. In der Neustadt betrug der Rückgang 36 %. Der Leerstand in der Gesamtstadt betrug im Jahr 2003 ca. 20 % (ca. 32.000 WE) und verteilte sich je zur Hälfte auf Altbau- bzw. Plattenbauwohnungen.

Die bereits frühzeitig erkennbaren dramatischen Leerstände führten bei den Wohnungsunternehmen zum Wunsch zur Bildung eines gemeinsamen Sprachrohrs, um die wohnungswirtschaftlichen Interessenlagen besser mit den stadtplanerischen Vorstellungen zum Stadtumbau abstimmen zu können. 1999 gründete sich auf Initiative von 2 Wohnungsbaugesellschaften und 11 Genossenschaften die „Wohnungswirtschaftliche Plattform Halle“, das 2002 in „Netzwerk Stadtumbau in Halle“ umbenannt wurde. Für die externe Moderation konnte das isw Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gemeinnützige Gesellschaft mbH (isw Institut) gewonnen werden.

 

Zielsetzung

 

Kurze Projektbeschreibung

Das Netzwerk Stadtumbau ist ein informelles Gremium und dient der internen Abstimmung und dem Erfahrungsaustausch der Mitglieder und Partner. Die Mitglieder, 13 Wohnungsunternehmen, die ca. 2/3 des gesamten Wohnungsbestandes vertreten, und die Versorgungsunternehmen der Stadt, finanzieren die Netzwerkarbeit. Die Treffen laufen auf Geschäftsführerebene, ermöglichen damit die Beschlussfähigkeit und verdeutlichen, wie ernst die Arbeit genommen wird. Als Partner nehmen Vertreter von „Zwischenerwerbern“, Haus & Grund, der beiden wohnungswirtschaftlichen Verbände in Sachsen-Anhalt, des Deutschen Mieterbundes sowie der Stadt und dem zuständigen Landesministerium teil. Die regelmäßigen Treffen erfolgen quartalsweise. Die Arbeitsfelder liegen in der Begleitung von Planung und Konzeption von Stadtumbaumaßnahmen sowie in deren Umsetzungsbegleitung. Neben der großen Runde gibt es gebiets- und projektbezogene Arbeitsgruppen.

In den gebietsbezogenen Arbeitsgruppen für die sechs Umstrukturierungsgebiete treffen sich Vertreter der jeweiligen Wohnungsunternehmen, der Versorgungsunternehmen und des Fachbereich Stadtentwicklung. Es werden Entwicklungen vorgestellt, Ideen ausgetauscht, Projekte angestoßen und die sogenannten Neuordnungskonzepte diskutiert. In einigen Arbeitsgruppen ermöglichen regelmäßige Veröffentlichungen von objektbezogenen Leerstandzahlen einen bessern Überblick über die Stadtteilentwicklung. Das Umzugsmanagement für die von Abriss betroffene Mieter realisieren die Wohnungsunternehmen selbst. Ein weiteres Arbeitsfeld im Netzwerk ist die gebündelte Lobbyarbeit auf allen politischen Ebenen und die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.

Die Lenkungsgruppe Stadtumbau wurde unter dem Vorsitz von Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Neben ihr arbeiten die Beigeordneten für Planen, Bauen und Straßenverkehr sowie für Soziales, Jugend und Gesundheit, die Sprecher des o.g. Netzwerkes Stadtumbau, der Mieterbund Halle, die Versorgungswirtschaft und die Hallesche Verkehrs AG. Hier werden im Vorfeld Themen diskutiert wie zentrale Maßgaben für die Erstellung von Planungs- und Umsetzungskonzepten, Schwerpunktsetzungen bei Finanzierung und Fördermittelvergabe bis hin zu Möglichkeiten und Grenzen bei der Initiierung von lokalen Modellprojekten, bevor sie dann im Stadtrat in die Endabstimmung kommen.

Im Rahmen des Netzwerkes Stadtumbau ist das isw Institut ein wichtiger Partner. Die zentralen Handlungsfelder sind die Moderation und Koordination der Netzwerksitzungen, die Prozessbegleitung und -steuerung sowie die Betreuung der intensive Öffentlichkeitsarbeit mit einer Informationszeitung (Netzwerk-Brief), der PR-Kampagne „Halle baut um“, Lobbyarbeit sowie Beteiligung an und Initiierung von Veranstaltungen.

 

Umsetzungsstand

 

Innovation

Die Zusammenarbeit der Wohnungsunternehmen und mit anderen Stadtumbauakteuren ermöglicht einen gemeinsamen Lernprozess, bündelt die vorhandenen Ressourcen und wirkt als „Ideengenerator“. Notwendige Abstimmungen erfolgen vor oder während des Planungsprozesses und führten bisher zur relativ reibungslosen Umsetzung von Projekten. Neue Entwicklungen können kurzfristig erkannt und mittels der flexiblen Planung berücksichtig werden. Das isw Institut als Begleiter der Netzwerkarbeit lenkte als externer Moderator die teils kontroversen Diskussionen und gab neue Impulse von außen.

 

Weiterführende Hinweise und Quellen

 

Ansprechpartner

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