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Netzstadtforum Bitterfeld - Wolfen
Quelle: Stadt Bitterfeld - Wolfen
Netzstadtforum Bitterfeld - Wolfen
Quelle: Stadt Bitterfeld - Wolfen
Städtebaulicher Wettbewerb
Quelle: Stadt Bitterfeld - Wolfen
Bitterfeld - Wolfen:
Netzstadt Bitterfeld-Wolfen
(Sachsen-Anhalt)
Interkommunale Kooperation im Stadtumbau
Kontext
Die Region um die Städte Bitterfeld und Wolfen wurde über 100 Jahre vor allem durch den Braunkohlebergbau und die Chemieindustrie geprägt. Nach der Wende hat sich in der Chemieregion Bitterfeld-Wolfen ein grundsätzlicher wirtschaftlicher Strukturwandel vollzogen. Die Städte Bitterfeld und Wolfen haben nach 1990 aufgrund der Schließung mehrerer großer Industriebetriebe (Filmfabrik Wolfen, Chemisches Kombinat Bitterfeld, Braunkohlenkombinat) den Verlust tausender Arbeitsplätze und die massive Abwanderung von Einwohnern verkraften müssen. Die Beschäftigtenzahl in der Region sank in der ersten Hälfte der 1990er Jahre auf weniger als ein Zehntel der ehemals 60 000 Beschäftigten, die Arbeitslosenquote stieg auf bis zu 29 Prozent. Nur allmählich und mit Hilfe von Sonderprogrammen für die umweltgerechte Sanierung und Erhaltung industrieller Kerne erfolgte anschließend die Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung. Mittlerweile haben sich wieder über 360 Firmen mit über 11.000 Mitarbeitern im ChemiePark Bitterfeld-Wolfen angesiedelt. Die Arbeitslosenquote ist auf etwa 11 Prozent gesunken.
Seit 2003 sind die Städte Bitterfeld und Wolfen unter dem Titel „Die Chemie stimmt – Netzstadt Bitterfeld-Wolfen“ Projektstädte der IBA Stadtumbau 2010 des Landes Sachsen Anhalt. Die Idee einer gemeinsamen Stadt entstand jedoch bereits zehn Jahre zuvor. Im Rahmen der IBA wurden vor allem Fragen nach einer gemeinsamen Identität und einem effizienten Kommunalmanagement in den Mittelpunkt gestellt.
Zielsetzung
Kurze Projektbeschreibung
Beide Städte begannen bereits im Jahr 1996 miteinander zu kooperieren. So wurde zunächst ein gemeinsamer Masterplan erarbeitet, ein Zusammenschluss der Kommunen bereits 1998 im Rahmen einer Planungswerkstatt thematisiert. Lange Zeit schien dieses Vorhaben aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsschwerpunkte der Partnerkommunen allerdings nicht umsetzbar. So standen z.B. im Rahmen des Stadtumbaus jeweils andere Maßnahmen im Mittelpunkt der kommunalen Strategien. Bitterfeld gewann unmittelbar am Stadtkern den großen Goitzschesee hinzu, während in Wolfen-Nord 6.000 Wohnungen zurückgebaut werden mussten.
Erst 2004 rückte das Thema Fusion wieder in den Fokus der Städte. Die stadtplanerische Grundlage der Fusion war die Erarbeitung eines Gemeinsamen Stadtentwicklungskonzeptes (GINSEK) in den Jahren 2005 und 2006. Wesentliche Ergebnisse des GINSEK waren die Festlegung von Umstrukturierungsgebieten und Schwerpunkten des Stadtumbaus, die Entwicklung eines Balancemodells zur Lastenverteilung unter den Wohnungsunternehmen sowie die gemeindeübergreifende Verortung von weiteren 3 000 abzureißenden Wohnungen bis 2020.
Mit einem Fusionsvertrag mit Gültigkeit zum 1. Juli 2007 wurde der Zusammenschluss zur gemeinsamen Stadt Bitterfeld – Wolfen mit knapp 50.000 Einwohnern dann vollzogen. Heute setzt sich die Stadt Bitterfeld-Wolfen aus den sechs Ortsteilen Bobbau, Wolfen, Thalheim, Greppin, Holzweißig und Bitterfeld zusammen. Zwei große Wirtschaftsstandorte, ChemiePark und Solar Valley, prägen die Stadt heute. Beide werden durch ein dichtes infrastrukturelles Netz und durch landschaftliche Zonen (Fuhneaue, Muldeaue, Goitzschesee und Goitzschewald) miteinander verbunden.
Die Netzstadt Bitterfeld-Wolfen versteht sich als System arbeitsteilig kooperierender Ortsteile mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit und spezifischen Profilen. Darüber hinaus ist sie als Teil eines regionalen Netzwerkes zu verstehen, in dem die einzelnen Kommunen kooperieren und vernetzt handeln.
Umsetzungsstand
Innovation
Die Zusammenführung der Kommunen Bitterfeld, Wolfen, Bobbau, Thalheim, Greppin und Holzweißig wurde auf Basis eines Gemeinsamen Stadtentwicklungskonzeptes (GINSEK) umgesetzt. Ziel war es, ein effizientes kommunales Management ohne überflüssige Parallelstrukturen zu erreichen, die vorhandenen Entwicklungsressourcen regional zu bündeln und in gemeinsame Schlüsselprojekte fließen zu lassen. Die Bewältigung dieser außerordentlich komplexen Aufgaben erforderte zahlreiche Gespräche und Kompromisse zwischen den Verhandlungspartnern der Gemeinden, hat aber zu neuen, innovativen Kooperationsstrukturen geführt. In Bitterfeld-Wolfen wurden hierfür die Begriffe Netzstadt und Netzregion geprägt, die auf arbeitsteiliges, kooperatives und vernetztes Handeln zwischen den Ortsteilen und den Nachbarkommunen setzen.
Weiterführende Hinweise und Quellen
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